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News vom 04.06.2007 | Rubrik: Fans




Westtribüne Vöcklamarkt

´Unser Ort lebt den Fußballsport!´

Robert H. und Stefan H. sind Fans vom ehemaligen Zweitligisten UVB und Mitglieder beim Fanclub Westtribüne Vöcklamarkt, der auf einer kultigen Stehplatztribüne zu Hause ist.

Sportplatz.at: Kurz zu Dir: Wie lange bist du schon Fan des UVB Vöcklamarkt?

Stefan H.: Ich bin eigentlich schon seit meinen Kindestagen Fan der UVB Vöcklamarkt, da ich selbst in Vöcklamarkt aufgewachsen bin und seit meinem 6. Lebensjahr aktiv für die UVB gegen das runde Leder trete (zuerst im Nachwuchs, später Kampfmannschaft und 1B). Nach so einer langen Zeit ist man dem Verein natürlich sehr verbunden und hat ihm gleichzeitig auch sehr viel zu verdanken.

Schildere uns bitte, wie sich die WESTTRIBÜNE gegründet hat und wie die Strukturen aussehen ? Wie seid ihr auf den Namen gekommen ?

Robert H.: Es ist in Vöcklamarkt kein Geheimnis, dass ein sehr hohes Fanpotenzial vorhanden ist, was sich auch in den sehr guten Zuschauerzahlen widerspiegelt. Unser Ort lebt den Fußballsport! Unser Ziel war es, die frühere Fankultur der 80er Jahre, als die UVB ein Jahr in der damaligen 1. Division (heutige Red-Zac-Liga) vertreten war, wieder aufleben zu lassen, und so setzten wir uns Ende des Jahres 2006 an einen Tisch um unsere Gedanken und Ideen auszutauschen, woraus nach einigen sehr konstruktiven Gesprächsrunden ein organisierter – jedoch nicht offizieller - Fanklub, die „Westtribüne“ entstand, welche nun im Prinzip von 6 Personen organisiert und geleitet wird. Der Name Westtribüne kommt daher, dass es im oberösterreichischen Fußball-Unterhaus keinen zweiten Verein gibt (teilweise auch im Oberhaus, siehe SC Schwanenstadt) der das Glück hat über eine zweite befestigte Tribüne am Sportplatz zu verfügen. Da es sich bei unserer Stehplatztribüne, die ca. 1000 Zuschauern Platz bietet, um eine Westtribüne handelt, war es nahe liegend diesen Umstand zu nutzen und den Fanclub danach zu benennen.

Welche Ziele – außer der Unterstützung des Vereins – hat sich die Gruppe gesetzt ? Wird nur die Kampfmannschaft angefeuert oder wird auch der Nachwuchs begleitet ?

Unser Fanklub ist noch sehr jung, daher  ist es momentan unser vorrangiges Ziel, die Kampfmannschaft sowie das eine oder andere Mal die 1B optisch und vor allem akustisch zu unterstützen, und in diesem Zuge kontinuierlich zu wachsen sowie unsere Mitgliederzahl von derzeit ca. 40 noch weiter zu steigern. Wir kooperieren sehr eng mit dem ACV (Anhänger Club Vöcklamarkt), wessen Hauptaufgabe es bis jetzt war, den Vöcklamarkter Nachwuchs finanziell zu unterstützen. Man wird sich in absehbarer Zukunft sicher an einen Tisch setzen müssen um die weitere Vorgehensweise diesbezüglich zu besprechen. Uns liegt natürlich sehr viel am Nachwuchs. Auch unsere Jungs von der U7 aufwärts, unterstützen die Westtribüne bereits aktiv, was uns natürlich ganz besonders freut.

Auf eurer Homepage steht auch, dass die Wurzeln der Vöcklamarkter Fanbewegung schon in den 80er Jahren lag. Wie war die damalige Szene aufgebaut und wo stand der Verein sportlich ?

Wie schon vorhin erwähnt war die UVB in den 80ern neben LASK, SK VOEST Linz und Vorwärts Steyr, noch vor den Zeiten von Ried und Pasching eine Macht im oberösterreichischen Fußball, was sich auch durch die Oö. Landesmeistertitel 1981 und 1986 mit dem damit verbundenen Aufstieg in die 1. Division in Erfolge ummünzte. Der ACV (Anhänger Club Vöcklamarkt) sorgte damals für Stimmung und peitschte die Mannschaft erfolgreich nach vorne.

Die Vereinsfarben sind Grün-Gelb. Wie kam es zu dieser doch etwas außergewöhnlichen Farbkombination und in welchem Zusammenhang ist das Kleeblatt zu sehen ?

Die Vereinsfarben Grün-Gelb sind nicht die Farben, denen man sich bei der
Gründung 1946 verschrieb! Erst in den späten Fünfzigern bzw. Anfang der
Sechziger kam man auf Grün-Gelb mit Kleeblatt! Das war während der Zeit
eines Herbert Formanek, Trainer, ich glaube auch Sektionsleiter. (nach
seiner aktiven Zeit in unserem Verein erster und bisher einziger
Ehrensektionsleiter, verstorben im Frühjahr 2004) Damals wurde auch der
"Ausdruck Kleeblatt-Elf" synonym mit unserer Mannschaft gebraucht. Einer der
von mir befragten Zeitzeugen sprach sogar davon, dass das Kleeblatt
sogar in Anlehnung an Celtic Clasgow ins Wappen aufgenommen wurde. Das
läßt sich einfach nicht mehr so gut recherchieren.


Wie ist das Verhältnis der WESTTRIBÜNE zu den älteren Fanclubs und Fans sowie dem Verein ?
Gibt es da abweichende Ansichten oder wird alles dem Wohle des Vereines untergeordnet ?

Das Verhältnis zwischen der „Westtribüne“, dem ACV, den älteren Fans und dem Verein ist ein sehr harmonisches und familiäres. Wir kooperieren momentan äußerst erfolgreich, und unsere Fan-Aktivitäten werden von allen Seiten honoriert und mehr als nur positiv angenommen. Einerseits freuen sich die Fans, die schon seit Jahren in Vöcklamarkt den Sportplatz besuchen und alle Höhen und Tiefen des Vereins miterlebt haben, dass hier endlich mal wieder „was los“ ist. Andererseits steigern unsere Aktivitäten die Popularität des Vereins, was wir durch das Feedback anderer Vereine in ganz Oberösterreich erfahren durften. Natürlich gibt es Meinungsverschiedenheiten, diese werden aber ausdiskutiert und „ad acta“ gelegt. Man kann also getrost sagen, dass hier von allen Seiten an einem Strang gezogen wird.


Wer sind sportlich gesehen eure grössten Rivalen und an welche Spiele kannst du dich erinnern, die besonders denkwürdig waren ?

Unser größter sportlicher Rivale war in den 80er und 90er Jahren mit Sicherheit der ATSV Lenzing, nicht zuletzt aufgrund der geografischen Nähe (rund 10 km) und aufregenden Spielen um die Vorherrschaft im Bezirk Vöcklabruck. Lenzing erlebte leider aufgrund eines finanziellen Engpasses den sportlichen Niedergang und ist nun in der untersten Liga wieder zu finden. Aktuell können der 1. FC RFE Vöcklabruck (dieser spielt zwar eine Liga über uns - in der Regionalliga Mitte - wird jedoch von den Vöcklamarkter Fans sehr verschmäht) und der SK Altheim (Verein in unserer Liga, dessen Fanszene sehr der unseren ähnelt, deshalb die große Rivalität, vor allem der Fan-Lager) als unsere größten Rivalen angesehen werden.
Eines der denkwürdigsten Spiele war mit Sicherheit das Viertelfinale des österreichischen Fußball Cups 1984, als niemand geringerer als Rapid Wien (unter anderem mit Hans Krankl) zu Gast im Vöcklamarkter Waldstadion war. In näherer Vergangenheit sind hier sicher die ÖFB-Cup Spiele 2006 gegen Blau Weiß Linz sowie gegen den FC Kärnten zu erwähnen, die beide vor toller Kulisse stattgefunden haben.

 

Thema EM 2008: Wie steht ihr dieser Veranstaltung gegenüber ?

Die EM 2008 in Österreich ist eine tolle Gelegenheit, Spitzenfußball hier im „kleinen“ Fußballland Österreich zu erleben. Außerdem können wir Werbung für unser Land in der Weltöffentlichkeit betreiben. Bleibt nur zu hoffen, dass wir 2008 eine schlagkräftige ÖFB-Auswahl zu sehen bekommen, die unsere Farben hochhält. Negativ anzumerken ist, dass die Repression der Fans durch die EM-Verwirklichung stark zunimmt. Diese geschieht zwar nicht im Fussball-Unterhaus, dennoch macht man sich darüber Gedanken.

In diesem Zusammenhang gibt es ja immer wieder das Schlagwort vom MODERNEN FUSSBALL, gegen den sich viele aktive Fangruppen immer wieder wehren. Hat das eurer Meinung nach Sinn oder ist es heutzutage einfach ohne eine gewisse Industrialisierung des Fussballs an sich nicht mehr möglich, erfolgreich zu bestehen ?

„Moderner Fußball“ ist natürlich ein Reizwort für jeden echten Fußballfan. Es ist traurig mitanzusehen, dass scheinbar nur noch jene Clubs konkurrenzfähig bleiben, die über das dickste Bankkonto verfügen. Was die Gehälter im Profi-Bereich betrifft so ist es in europäischen Spitzenligen schon teilweise eine Farce, wenn Otto-Normalverbraucher teures Geld für Eintrittskarten hinlegen muss um seiner Liebe zum Fußballsport nachzugehen, um anschließend seine millionenschweren Idole anzufeuern. Gute Bezahlung für Fußballer – Ja!
…jedoch in einem angemessenen Verhältnis!
Die Verhältnisse bei uns sind natürlich nicht zu vergleichen, es freut mich jedoch dass die UVB den Weg mit eigenen jungen Spielern verfolgt und auf teure Stars und Legionäre verzichtet. Somit bleib eine gewisse Identität zwischen dem Verein und den Fans erhalten.
Leider ist der Fußball heute vielerorts so aufgebaut, um einen möglichst großen finanziellen Nutzen daraus zu ziehen. In vielen Stadien kann man den Besuch eines Fußballspieles schon mit einem gemütlichen Sonntagsausflug für die ganze Familie mit Gewinnspielen und anderen Annehmlichkeiten vergleichen und damit werden die „wahren Fans“, die wegen ihrer Farben hier sind – um sie hochzuhalten, in eine immer kleiner werdende Ecke gedrängt.

Wie wichtig ist es im Amateurfussball, wenn es aktive Fangruppen gibt ? Wie würdest du selber eure Arbeit bewerten und gewichten ?

Unserer Meinung nach ist es gerade im Amateurfußball sehr wichtig, seine Mannschaft aktiv als Fan zu unterstützen. Gerade deshalb, weil man dadurch junge Spieler motivieren kann, was im Endeffekt hoffentlich zu einer besseren Entwicklung eben jener jungen Spieler führt.
Unsere Arbeit zu bewerten sollte normaler weise die Aufgabe außenstehender Personen sein. Für uns ist das Feedback unserer eigenen Spieler eine große Bestätigung unserere Arbeit. Demnach würde die UVB ohne die Unterstützung der „Westtribüne“ in der Tabelle sicher mit dem einen oder anderen Punkt weniger am Konto zu finden sein. Die Mannschaft sieht uns als ihren zwölften Mann und ihren Rückhalt. Das ist für uns die schönste Bestätigung.

Welche abschliessenden Worte und Gedanken willst du unseren Lesern mitgeben ?

Wir möchten uns auf diesem Wege recht herzlich für die Möglichkeit bedanken, unseren Verein und die Fanszene auf sportplatz.at vorstellen zu dürfen. Vielleicht hat ja der eine oder andere einmal die Möglichkeit in Vöcklamarkt ein Spiel zu besuchen, wir würden uns sehr darüber freuen und gerne bei einem netten Bier Meinungen austauschen.

Weitere Infos zu uns gibt’s unter:
www.westtribuene.com
www.westtribuene.at.tt
www.uvb-fussball.at





Autor: Thomas Zarka | Weblink: www.westtribuene.com
 
 

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